ASSASSIN’S CREED (UbiSoft, 2008)
Action-Adventure
Was wäre, wenn man über die in den Genen eines Menschen gespeicherten Informationen Zugriff auf die Erinnerungen seiner Vorfahren erlangen könnte. “Assassin’s Creed” spielt diese esoterisch/wissenschaftliche Hypothese durch und zapft das “genetische Gedächtnis” Desmond Miles (einem in einer nahen Zukunftswelt lebenden Barkeeper) an. Die Wissenschaftler sind besonders an den Erinnerungen eines Vorfahren Desmonds interessiert, der im 12. Jahrhundert als Assassine seinen Lebensunterhalt verdiente. Altaïr, so der Name des mittelalterlichen Auftragsmörders, ist in den großen Metropolen des Orients unterwegs, um die Aufträge von Ordensführer Al Mualim, einem gefährlichen und unangenehmen Machtmenschen, zu erfüllen. Die Hintergrundgeschichte beschreibt, wie Altaïr, der durch Arroganz und einem dadurch verunglückten Einsatz in Ungnade gefallen ist, neun Auftragsmorde erfüllten muss, um sich seinen Status als Assassine zurückzuverdienen. Die einzige Alternative dazu wäre sein Tod.
Die Missionen in “Assassin’s Creed” laufen in der Regel immer gleich ab. Nachdem Altaïr seinen Auftrag erhalten hat, macht er sich mit dem Pferd zur entsprechenden Ortschaft auf und versucht unauffällig die Stadtmauern zu überwinden. Dies geschieht entweder durch direkte Konfrontation mit den Wachen oder mittels einer List, die sich dem Spieler als Option immer anbietet. Hat Altaïr die Stadt betreten, muss er sich zuerst einen Überblick über die örtlichen Gegebenheiten verschaffen. Hierfür erklimmt er einen der größeren Stadttürme. Ein aufmerksamer Rundumblick genügt, und sofort erscheinen auf der automatischen Karte die für Altaïr relevanten Detailinformationen. Jetzt geht es darum, unauffällig das Opfer auszukundschaften und Informationen zusammeln. Hierbei sollte man sich nicht von den Wachen erwischen lassen. In diesem Abschnitt bietet sich die Gelegenheit, einige der verfügbaren Nebenmissionen anzugehen und sich die Sympathie der Bevölkerung zu erarbeiten. Diese steht dann bei möglicherweise notwendigen Fluchtversuchen dem Spielhelden hilfreich zur Seite und den Verfolgern meistens im Weg.
Das eigentliche Attentat bleibt eigentlich nie unbemerkt, so dass sich Altaïr nach begangener Mordtat einer Gruppe erboster Widersachen gegenüber sieht. Erst wenn man diese besiegt oder abgeschüttelt hat, kann man sich seine Belohnung abholen.
“Assassin’s Creed” begeistert durch seine offen designte Spielwelt, in der es dem Spieler überlassen bleibt, auf welche Art uns Weise er seine Missionen erfüllt. Hinzu kommt eine überlegene grafische Präsentation der Spielwelt, die in der gleichen Liga wie beispielsweise “Crysis” (siehe Space View 03/08) anzusiedeln ist. Neben der enormen Weitsicht, den hochaufgelösten Texturen, wurden auch die Modelle der Handlungsfiguren in hoher Qualität umgesetzt. Leider bewegen sich dadurch auch die Hardwareanforderungen auf hohem Niveau. Ebenfalls sehr gut ausbalanciert wurden die automatische Kameraführung und die Spielsteuerung, und das, obwohl der Spieler mit einer Vielzahl an Tastenkombinationen konfrontiert wird. Interaktives Heimkino auf höchstem Niveau!
Zu den wenigen Schwächen von “Assassin’s Creed” kann man das recht einfach gehaltene Spielsystem, die sich zu oft wiederholenden Dialoge der Stadtbewohner und die vielen nichtbegehbaren Häuser zählen, an denen Altaïr während seines Abenteuers vorbeikommt. Hier wirkt die sonst sehr offen angelegte Spielwelt in ihren interaktiven Möglichkeiten zu stark eingeschränkt.
Systemvoraussetzungen: Pentium 4 3000, 1024 MB, WinXP+
Spielspaß: 90%
Grafische Präsentation: 90%
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