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Das schwarze Auge: Drakensang (dtp, 2008)
Neben den vielen actionorientierten Hack-and-Slay-Rollenspielen der letzten Jahre, erschienen nur sehr wenige echte Rollenspiele für den PC. Neben solchen Ausnahme-Games wie „Oblivion“, „Gothic 3“ oder „Two Worlds“, musste der Rollenspielliebhaber eher auf Action-Adventure mit Rollenspielelementen wie „S.T.A.L.K.E.R.“ zurückgreifen.
„Das schwarze Auge: Drakensang“ zählt wieder zu den waschechten Rollenspielen und bietet dem Spieler eine stimmungsvolle Hintergrundgeschichte und eine Vielzahl an Möglichkeiten zur sozialen Interaktion. Zudem wurde ein guter Kompromiss zwischen der rundenbasierten Spielweise klassischer Rollenspiele und dem heute üblichen Echtzeitspielverlauf gefunden. Gerät die eigene Heldengruppe in eine Kampfsituation, friert das Spiel die Zeit ein. Jetzt kann der Spieler ohne Hektik seinen Spielhelden entsprechende Anweisungen erteilen und nach Belieben den Spielfluss fortsetzen und wieder anhalten. Da man in „Drakensang“ zumeist eine ganze Heldentruppe verwaltet, würde man in einem rein in Echtzeit ablaufendem Rollenspiel schnell die Übersicht verlieren.
Die unterhaltsame Hintergrundgeschichte weist eine ganze Reihe kriminalistischer Spielelemente auf, die „Drakensang“ angenehm von anderen Rollenspielen abhebt. Der Spieler geht dabei dem Brief eines alten Freundes nach, der von mysteriösen Todesfällen in seiner Heimatstadt berichtet. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass hinter den Todesfällen weit mehr als nur ein simples Verbrechen steckt. Einflussreiche Mächte bereiten hinter den Kulissen eine Invasion vor, die das gesamte Land mit Krieg und Verderben überziehen könnte.
Neben den inneren Werten kann „Drakensang“ auch mit einer schönen Spielgrafik überzeugen. Ob es dichte Wälder, malerische Dörfer, mittelalterliche Städte oder düstere Dungeons sind, alle Handlungsorte wurden mit viel Liebe zum Detail und einem Gespür für den passenden Stil gestaltet. Bedauerlicherweise lassen sich manche Regionen - verlässt man diese - nicht wieder betreten.
Zudem wird die sonst ausgezeichnete Spielatmosphäre ein wenig dadurch gedämpft, dass man nur einen geringen Teil der Gespräche vertont hat. Den Rest bekommt der Spieler in trockener Textform präsentiert. Auch die 3D-Engine hat ihre Beschränkungen, so dass Texturen etwas matschiger als in vergleichbaren Referenzspielen wirken. Auch wird die Leistung von Zwei- oder Vierkernprozessoren nur unzureichend genutzt.
Genre: Rollenspiel
Systemvoraussetzungen: Pentium 4 2800, 512 MB, WinXP+
Spielspaß: 90%
Grafische Präsentation: 90%
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