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Fable: The Lost Chapters (Microsoft, 2005)
Action-Rollenspiel
Lange Zeit mussten Rollenspielfans auf die PC-Umsetzung des Ausnahme-Rollenspiels Fable für die X-BOX warten. Spielentwicklerlegende Peter Molyneux schuf mit Fable ein eingängiges und dennoch innovatives Action-Rollenspiel. So beginnt der Spieler die Geschichte von Fable auch nicht als ausgewachsener Recke, sondern als kleiner Junge.
In der Einleitung erlebt der Spieler die tragischen Ereignisse zu Beginn der Geschichte als Teil der Spielhandlung mit. Das kleine Dorf, in dem der Junge wohnt, wird von grausamen Banditen überfallen. Sie töten seinen Vater und entführen Mutter und Schwester. Allein inmitten der brennenden Häuser trifft er auf einen mysteriösen Mann, der ihn drängt, diesen Ort so schnell wie möglich zu verlassen und Schutz in der Gilde zu suchen - sein Leben wäre sonst in Gefahr. Er behauptet, dass es die Räuber, die das Dorf überfallen haben, nur auf ihn abgesehen hatten. So geschieht es, dass der kleine Junge in der Gilde Unterschlupf findet.
In der Gilde bietet sich ihm die Möglichkeit, seine kämpferischen Fähigkeiten zu verbessern und magische Kräfte zu entwickeln. Dort erhält er auch die ersten anspruchsvolleren Aufgaben, die ihn in die farbenfrohe Welt von Fable entführen.
Obwohl auch Fable auf das klassische Rollenspielsystem setzt, hebt es sich deutlich von anderen vergleichbaren Spielen ab. Das liegt in erster Linie an den vielen Details am Rande des Spieluniversums, die oft mit einem gehörigen Augenzwinkern präsentiert werden. Obwohl der Spieler sich recht schnell einen Namen als erfolgreicher Held erarbeiten kann, bleibt er nicht vom Spott der Dorfbewohner, Kinder oder Wachen verschont, wenn er bei einer Mission weniger erreicht als vorher vollmundig versprochen.
Die Welt von Fable ist in viele kleine Abschnitte untergliedert, die beim Betreten nachgeladen werden. Spieler, die allein der Hauptgeschichte folgen, verpassen eine Menge und empfinden das Spiel wahrscheinlich als zu linear. Denn in Fable kann man wesentlich mehr unternehmen, als nur Bösewichter zu vertrimmen. Am Rande gibt es eine Unmenge kurioser Nebenaufgaben zu erledigen. Darüber hinaus kann der Spieler Häuser mieten, als reisender Händler tätig werden, heiraten oder als Dieb durch die Nacht schleichen.
Im Verlauf der Handlung hat man die Möglichkeit, sich zum strahlenden Helden (mit kitschigem Heiligenschein samt Schmetterlingen über dem Kopf) zu entwickeln oder zum gehörnten Finsterling, vor dem Bauern und Dorfbewohner schreiend davonlaufen.
Ebenfalls gelungen umgesetzt in der Wechsel der Tageszeiten, nach denen sich auch die Bewohner der Spielwelt richten. Am Morgen stehen die Menschen auf und gehen ihrem Tagewerk nach (z.B. als Händler auf dem Markt); wird es dann dunkel, zieht es sie entweder ins Gasthaus, oder sie legen sich zur Ruhe.
Leider konnte Peter Molyneux nicht alle gewünschten Aspekte in Fable zu seiner Zufriedenheit umsetzen, da das Spiel sonst zu große Anforderungen an die Hardware gestellt hätte. So altert zwar der Held des Spieles sichtbar, aber seine Gildenfreunde und seine Ehefrau (sollte es ihm gelungen sein, eine Partnerin für sich zu gewinnen) bleiben vom Alterungsprozess verschont. Zudem herrscht in Fable ständig ein und dieselbe Jahreszeit.
Pentium4 1400, 256 MB, WinXP+
Spielspaß 90%
Grafische Präsentation 90%
Geeignet für: Gelegenheitsspieler
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