Fallout_3

Fallout 3 (Ubisoft, 2008)

Was wäre, wenn Amerika politisch in den 50er Jahren - in der Zeit des kalten Krieges - steckengeblieben wäre? Die Technikgläubigkeit aus jener Zeit wäre allgegenwärtig. Vielleicht würden atomgetriebene Autos das Straßenbild beherrschen und der Herrschaftsanspruch des Menschen über die Natur wäre ungebrochen. Doch irgendwann würden die schwelenden Konflikte eskalieren und das riesige Arsenal verheerender Atomwaffen wäre eingesetzt worden.

In „Fallout 3“ ist ein solcher Konflikt schreckliche Realität geworden. Die Welt liegt in Trümmern, die Flüsse sind radioaktiv verstrahlt und entstellte Mutanten verbarrikadieren sich in verfallenen Häuserruinen.

Fallout_3_Screen3Zehn Jahre nach dem Erscheinen von „Fallout 2“ lässt Bethesa Softworks die postatomare Endzeitwelt neu aufleben. Statt der isometischen Perspeltive erwartet den Spieler eine riesige 3D-Spielwelt, die mit Hilfe der Oblivion-Engine realisiert wurde. Oblivion zählt noch heute (vier Jahre nach seinem Erscheinen) zu den schönsten und auch anspruchsvollsten Rollenspielen für den PC.

„Fallout 3“ erweist sich daher auch als gelungene Mischung aus der schwarzhumorigen „Fallout“-Serie und einer frei zu erkundenden Spielwelt wie „Oblivion“ sie bietet.

Der Spieler beginnt seine virtuelle Fallout-Existenz mit seiner Geburt in Vault 001, einem großen unterirdischem Bunkerystem. In keinen Tutorial-Missionen erlebt er sein Erwachsenwerden und erstellt so nebenher einen „Charakterbogen“ für seine Spielfigur. Das Verlassen den Bunkers stellt schließlich den eigentlichen Start ins Spiel dar.

Die Welt, die sich dem Spieler bietet ist von Verfall und dem Kampf ums nackte Überleben gezeichnet. Neben den unterschiedlichsten Tiermutationen haben plündernde Raider, Supermutanten, die Bruderschaft des Stahls und andere Gruppierungen die Spielwelt unter sich aufgeteilt. Bis auf „Megatown“ finden sich eigentlich keine größeren Ansiedlungen in der Spielwelt wieder. Dafür gibt es eine Unzahl unterirdischer Tunnelsysteme, die von den jeweiligen Gruppierungen in Beschlag genommen werden. Leider kann sich der Spieler keiner dieser Fraktionen anschließen. Der Spieler bleibt Einzelkämpfer. Allein das Aufbauen der Fähigkeit „Tierfreund“ befähigt ihn später, Beistand unter den herumstreunenden Tiermutationen zu finden.

Die Spielmechanik weist „Fallout 3“ als waschechtes Rollenspiel aus. Das Besiegen von Gegnern und dass Erfüllen von Aufgaben wird mit Erfahrungspunkten belohnt. Hat der Spieler ausreichend Erfahrungspunkte gesammelt, steigt er eine Stufe aus und kann selbst entscheiden, welche Attribute und Sonderfähigkeiten entwickelt werden sollen. Gerade die Sonderfähigkeiten fallen sehr unterschiedlich aus und ermöglichen eine recht differenzierte Charakterentwicklung.

Viele Quests erfordern auch eine moralische Entscheidung vom Spieler und oft hängt von dieser auch der weitere Verlauf des Spiels ab. So besteht beispielsweise die Möglichkeit, Megatown durch die dort lagernde Atombombe in die Luft zu sprengen, oder aber den zwielichtigen Auftraggeber dieser besonderen Spielaufgabe an den Bürgermeister zu verraten. Selbstverständlich kann man auch andere Wege versuchen, dieses Quest abzuschließen. Der Wiederspielwert von „Fallout 3“ ist daher recht hoch, zumal sich über die gewählten Spezialisierungen neue Handlungsoptionen ergeben.

Genre: Endzeit-Rollenspiel

Systemvoraussetzungen: Pentium 4 2800, 1024 MB, WinXP+

Spielspaß: 100%

Grafische Präsentation: 90%