Freelancer (Microsoft, 2003)

Space Opera

 

In Freelancer verschlägt es den Spieler in ein futuristisches Weltraumszenario. Die Menschheit hat mithilfe riesiger Besiedlungsraumschiffe einen Neuanfang in einem unbesiedelten Sektor unserer Galaxis gewagt. Jedes dieser Besiedlungsraumschiffe wurde der Grundstock für einen unabhängigen Raumsektor, die durch Sprungtore miteinander verbunden sind.

In der Rolle von Edison Trent erlebt der Spieler seine Abenteuer im Freelancer-Universum. Trend ist einer der wenigen Überlebenden eines Anschlags auf eine Weltraumbasis, die dabei komplett zerstört wurde. Mit einem primitiven Raumschiff ohne nennenswerte Bewaffnung und einem kümmerlichen Laderaum beginnt der Spieler das epische Weltraumabenteuer.

Freelancer ist vom Spielablauf zweigeteilt. Auf der einen Seite gibt es eine sehr spannende und wendungsreiche Hauptgeschichte, die sich um ein seltsames Alienartefakt mit ungeheuerlicher Macht dreht. Auf der anderen Seite kann der Spieler freie Missionen auswählen oder Handel treiben, um an genügend Geld zu gelangen. Da die Missionen mit voranschreitender Handlung immer schwieriger werden, sollte der Spieler sein Schiff regelmäßig upgraden oder bei passender Gelegenheit gegen ein besseres austauschen.

In den Missionen geht es hauptsächlich darum, feindliche Raumschiffe zu eliminieren. Mitunter ist eine Mission auch in mehrere Etappen untergliedert. Erst mit dem Abschluss der letzten Etappe gibt es den Lohn für den übernommenen Auftrag. Macht man sich vorher davon, gilt die Mission als gescheitert.

Da Freelancer schon einige Jahre Entwicklungszeit hinter sich hat, gehört die 3D-Engine nicht mehr zur ersten Garde. Dennoch schufen die Entwickler ein atmosphärisch dichtes, sehr abwechslungsreiches und glaubhaftes Spieluniversum. Bis auf die kosmischen Nebel bestehen alle Objekte aus 3D-Elementen. Dazu gehören auch die Planeten, um die man herumfliegen kann und die meist sogar eine Atmosphäre besitzen. Zwischen den einzelnen Planeten und Raumbasen verkürzen Reiserouten die Flugzeiten. Auf den Reiserouten werden Raumschiffe auf ein vielfaches ihrer eigentlichen Fluggeschwindigkeit beschleunigt, sodass es relativ schnell möglich ist, sich von einem Navigationspunkt zum nächsten zu bewegen.

Dank der farbenfrohen kosmischen Spielwelt mit Asteroidenfeldern, kosmischen Nebeln, Raumstationen und Planeten aller Art, macht schon das bloße Herumfliegen eine Menge Spaß. Hinzu kommt ein sehr lebendiges Spieluniversum voller Aktivität. Fremde Raumschiffe und Raumfrachter kreuzen durchs All, docken an Raumstationen und den Eintrittsknoten von Reiserouten an oder bekriegen sich gegenseitig. Bisweilen kann man sogar Raumschiffe beobachten, die in der Atmosphäre eines Planeten verglühen, weil sie schlecht manövriert haben. Selbst nach dem Abschluss der Hauptgeschichte gibt es noch viele Dinge im Freelancer-Universum zu entdecken.

Unkonventionell ist auch die Spielsteuerung von Freelancer. Auf die für Weltraum-Shooter fast schon selbstverständliche Joystickanbindung verzichteten die Entwickler ganz. Der Spieler steuert die verfügbaren Raumschiffe allein mit der Maus. Shooter-Freunden wird diese Art der Spielsteuerung entgegenkommen und Joystick-Akrobaten haben sich schnell umgewöhnt. Freelancer ist eines der wichtigsten Spiele im Bereich Space Opera und dürfte selbst genrefremde Spieler begeistern.

Pentium 3 700, 128 MB, Win9x+

Spielspaß 100%

Grafische Präsentation 90%

Geeignet für: Gelegenheitsspieler