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Guild Wars (ncsoft/ArenaNet, 2005)
Online-Rollenspiel
Nach dem sensationellem Erfolg von World of WarCraft, mit dem sich erstmals ein Online-Rollenspiel auch auf dem breiten europäischen Markt etablierte, steht nun mit Guild Wars ein harter Konkurrent in den Startlöchern. Dabei verzichtet Guild Wars als erstes kommerziell angelegtes Online-Rollenspiel auf die sonst üblichen monatlichen Abogebühren. Doch nicht nur in Bezug auf die Spielgebühren geht Guild Wars neue Wegs, auch spielerisch unterscheidet es sich von den auf dem Markt befindlichen Games. Guild Wars wurde gezielt auf Gruppenspieler zugeschnitten, die in kleineren Gemeinschaften oder einer großen Gilde die verschiedenen Herausforderungen annehmen oder in Turnierkämpfen gegeneinander antreten.
Um den Verwaltungsaufwand möglichst gering zu halten, ist man in Guild Wars nur innerhalb von Städten oder bestimmten Anlaufpunkten mit vielen Online-Spielern im Kontakt. Hier plant man seine Abenteuer und sucht nach Mitstreitern für anspruchsvollere Quests. Betritt man jedoch die eigentliche Spielwelt, ist die Gruppe nur noch unter sich und spielt in einer Art abgeschlossenem Raum. Damit die Städte nicht vor Spielern überquellen, kann man innerhalb eines Versammlungsbereichs zu verschiedenen Serverdistikten wechseln.
Das klassische Rollenspielsystem - über gewonnene Erfahrungen in immer höhere Levelstufen aufzusteigen - hat in Guild Wars kaum Bedeutung. Ein Levelaufstieg ist nur bis Stufe 20 möglich, danach entscheidet nur noch die Teamfähigkeit des Spielers und sein strategisches Können über den erfolgreichen Abschluss eines Quests oder der ausgetragenen Turniere.
Bekommt man für ein Quest nicht genügend Online-Spieler zusammen, kann man auch computergesteuerte Gefolgsleute anheuern, deren KI sich in den meisten Fällen recht gut zu behaupten weiß. Hat man eine Stadt oder einen zentralen Anlaufpunkt einmal entdeckt, kann man sich jeder Zeit mittels Mausklick und ohne mühsames Reisen direkt dort hin begeben.
Leider herrscht auf den europäischen Servern zur Zeit ein heilloses Sprachenwirrwarr aus Englisch, Französisch und Deutsch vor. Hier sollte man die Server sprachlich entweder deutlicher voneinander abgrenzen, oder sich für eine Allgemeinsprache entscheiden.
Grafisch macht Guild Wars einen hervorragenden Eindruck. Da das Spiel in viele kleine Spielabschnitte untergliedert ist, wartet es mit mehr Detailreichtum als andere Online-Rollenspiele auf. Der Spieler kann sich an malerischen Fantasyszenarien, sich im Wind wiegenden Bäumen, realistisch simulierten Wasserflächen, mittelalterlichen Dörfern und eindrucksvollen Schloßanlagen erfreuen. Etwas störend sind jedoch die unsichtbaren Begrenzungen an selbst leicht abschüssigen Stellen. So wird man hin und wieder auf einen Umweg gezwungen, wo eine Abkürzung viel praktischer wäre. So entsteht der Eindruck, sich in der Spielwelt nicht völlig frei bewegen zu können.
Pentium 3 800, 256 MB, Win2000+
Spielspaß 80%
Grafische Präsentation 90%
Geeignet für: Gelegenheitsspieler
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