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Mass Effect (EA, 2008)
In einem Computerspiel besteht das Können der Entwickler darin, Hintergrundgeschichte und Spielaufgaben so aufeinander abzustimmen, dass der Spieler das Gefühl erhält, innerhalb einer dynamischen Spielumgebung relativ freie Entscheidungen treffen zu können, während er trotz allem an der vorgegebenen Storyline entlang hangelt.
In Mass Effect, dem neuesten Streich der erfolgreichen Rollenspielschmiede Bioware, verschlägt es den Spieler in eine futuristische Zukunftswelt, in der die Menschheit mit einer Vielzahl außerirdischer Zivilisationen Beziehungen aufgebaut hat und sich innerhalb eines galaktischen Rates um Mitbestimmung bemüht. Doch zwischen den Gruppierungen einer Völkergemeinschaft gibt es immer Reibungspunkte und manche Völker stehen anderen sogar feindselig gegenüber. Im Spiel ist es die erbarmungslose Maschinenrasse Geth, die sich der galaktischen Gemeinschaft entgegenstellt und alles Biologische (in ihren Augen Minderwertige) auszulöschen versucht.
In Mass Effect besteht die erste Aufgabe des Spielers darin, einen abtrünnigen Spectres (ein außerhalb des Gesetzes stehender Geheimagent) des Verrates zu überführen. Dabei offenbart sich eine weitreichende Bedrohung, die sogar das Bestehen der galaktischen Gemeinschaft zu Erschüttern droht. Trotz erfolgreicher Nachforschungen und dem Aufspüren des Spectres, gelingt dem Verräter die Flucht, so dass er sein destruktives Wirken fortsetzen kann. Der Spieler wird nach diesen Ereignissen selbst zum Spectres ernannt und bekommt das Kommando über die Normady (ein gut ausgerüstetes Militärraumschiff) und dessen Besatzung übertragen. Die Normandy ermöglich es dem Spieler, relativ frei, verschiedene zur Auswahl stehende Missionsziele anzusteuern und mit einem kleinen Team von Elitekämpfern (die man aus einem Pool verfügbarer Spielfiguren auswählen kann) auf Erkundung zu gehen. Oft kommt es bei den verschiedenen Missionen zu gefährlichen Situationen und damit verbundenen Feuergefechten, so dass auch Actionspieler nicht zu kurz kommen.
Durch das Absolvieren von Spielaufgaben, das Besiegen von Feinden, oder auch geschicktes diplomatisches Auftreten, erhalten der Hauptprotagonist und dessen Begleiter Erfahrungspunkte, die dann rollenspieltypisch in neue Fähigkeiten oder die Verbesserung vorhandener Talente umgesetzt werden können.
Die größte Stärke von Mass Effect ist jedoch die grandios in Szene gesetzte Spielgeschichte. Perfekt inszenierte Zwischensequenzen, geschliffene Dialoge und lebendig animierte Spielcharaktere lassen das faszinierende Spieluniversum von Mass Effect lebendig werden (eine so natürlich wirkende Gesichtsmimik bekommt man in bisher keinem anderen Spiel geboten). Auch die verschiedenen Schauplätze hinterlassen einen meist sehr guten Eindruck. Allein die Außenszenarien der verschiednen Planeten mit Landeoption wirken bisweilen zu stereotyp und gleichförmig. Oft erkundet der Spieler mit seinem mobilen Landefahrzeug karge Planetenwüsten und Felslandschaften, über die sich ein düsterer wolkenverhangener Himmel wölbt. Hier wäre mehr Abwechslung wünschenswert gewesen.
Genre: Action-Rollenspiel
Systemvoraussetzungen: Pentium 4 2400, 1024 MB, WinXP+
Spielspaß: 90%
Grafische Präsentation: 90%
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