The Elder Scrolls: Oblivion (Take2, 2006)

Action-Rollenspiel

Nach vielen Jahren des Friedens wird das blühende Königreich Tamriel von einer schrecklichen Bedrohung heimgesucht. Der alt gewordene Kaiser Uriel Septim VII ist kaum noch in der Lage, ohne fremde Hilfe seine Regierungsaufgaben wahrzunehmen. Diesen Zustand der Schwäche nutzen dessen Gegner, um den Kaiser vom Thron zu stoßen. Um dies zu erreichen, senden sie eine ganze Schar Meuchelmörder in den Palast. Das Attentat gelingt und mit dem Tod von Uriel Septim VII öffnen sich in ganz Tamriel magische Tore zur Höllenwelt Oblivion. Furchterregende Kreaturen überfluten das Land und bedrohen Städte und Ansiedlungen. Die erste Aufgabe des Spielers besteht deshalb darin, den letzten Nachkommen des verstorbenen Kaisers ausfindig zu machen, da nur dieser das Aufbrechen weiterer Oblivion-Tore verhindern kann.

Mit Oblivion setzt das renommierte Entwicklerstudio Bethesda seine erfolgreiche The Elder Scrolls-Saga fort. Die einzigartige Rollenspielserie zählt zu den anspruchsvollsten Spieleproduktionen im PC-Bereich und vereint eine riesige Spielwelt mit enormer Handlungsfreiheit und topaktueller 3D-Grafik. Besonders die Darstellung von Bäumen verdient größtes Lob. Erstmals erlebt man in einem Computerspiel die Illusion, sich durch einen realistisch wirkenden Wald zu bewegen. Dicht mit Blättern behangene Baumkronen wiegen sich im Wind und werfen natürlich wirkende Schatten auf den moosigen Boden. Dank Bumbmapping erscheint die eigentlich flach texturierte Rinde der Baumstämme plastisch strukturiert. Neben den eindrucksvollen Waldgebieten kann der Spieler mittelalterlich gehaltene Städte und Burgen besuchen, oder als Schatzsucher eine Vielzahl geheimnisvoller Höhlen, Tempelanlagen und verfallene Ruinen erforschen. Auch hier überzeugt Oblivion durch eine ausgesprochen hochwertige Spielgrafik. Neben der atemberaubenden 3D-Grafik sorgt die Havok-Physik-Engine dafür, dass sich sämtliche beweglichen Objekte physikalisch korrekt in der Spielwelt verhalten. Dies betrifft hauptsächlich Fall-, Flieh-, und Reibungskräfte.

Oblivion setzt jedoch nicht allein auf technischer Seite neue Referenzen, auch spielerisch gibt es kaum etwas zu bemängeln. Vorbildlich wurde vor allem das Missionsdesign gestaltet. Der Spieler hat Übersicht über alle angenommenen Spielaufgaben und kann zu jeder Zeit eine beliebige Quest zur aktiven Quest schalten, die den Spieler durch Navigationspunkte unterstützt. Eine unkomplizierte und schnelle Orientierung ist daher zu jeder Zeit gewährleistet.

Eine weitere Neuerung ist die Schnellreisefunktion, die bei Benutzung jedoch das typische Rollenspielerlebnis beschneidet Allein die Hauptgeschichte bietet über 20 Stunden Spielzeit. Wer jedoch die Welt von Oblivion als Rollenspieler erkundet, kann viele Hundert Stunden in Tamriel zubringen, ohne dass Langeweile aufkommt.

Schwächen lassen sich in The Elder Scrolls 4 kaum ausmachen. Auffällig ist allenfalls, dass Oblivion unter einigen Rechnerkonfigurationen zu häufigen Abstürzen neigt. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die deutsche Lokalisierung. Obwohl Publisher Take 2 ein professionelles Synchronstudio für die Umsetzung engagierte, ist die Zuordnung der Bildschirmtexte bisweilen fehlerhaft. Einige kleinere Bugs, die hauptsächlich die Nebenquests betreffen, schmälern das eigentliche Spielvergnügen jedoch kaum.

 

Pentium4 2000, 512 MB, WinXP+

Spielspaß 90%

Grafische Präsentation 90%

Geeignet für: Gelegenheitsspieler