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Risen (Koch Media, 2009)
In dem farbenfrohen Fantasy-Rollenspiel „Risen“ strandet der Spieler nach dem Angriff eines riesigen Dämons als Schiffbrüchiger auf einer geheimnisvollen Insel. Bis auf eine Frau scheint niemand das Unglück überlebt zu haben. Nachdem man sich aus dem angespülten Treibgut eine notdürftige Ausrüstung zusammengesucht hat, macht man sich daran, die Insel zu erkunden.
Wie schon in „Gothic“, der hochgeschätzen Rollenspielserie des selben Entwicklers Piranha Bytes, steht dem namenlosen Helden eine frei zu erkundende und mittelalterlich gehaltene Spielwelt offen. Hier liegt auch die eigentliche Faszination des düster gehaltenen Rollenpiels. Der Spieler hat zu jeder Zeit das Gefühl, sich in einem stimmigen und relativ glaubhaft gestalteten Fantasy-Universum zu bewegen. Bei seinen Erkundungen lernt man nach und nach die Geheimnisse der Insel kennen. Schnell wird offenbar, dass zwei dominante Gruppierungen das Leben der Inselbewohner bestimmen. Das sind auf der einen Seite die Banditen, die sich im Sumpflager verschanzt haben und auf der anderen Seite die Ordenskrieger, die in einem Tempel in der Nähe des Vulkans ihr Hauptlager aufgeschlagen haben. Die Magier könnte man als dritte Gruppierung bezeichnen, wobei sich bei den meisten von ihnen eine größere Affinität zu den Ordenskriegern vorherrscht.
Obwohl der Spieler in „Risen“ durch das Lösen von Questaufgaben und das Besiegen von Gegnern Erfahrungspunkte sammelt, werden diese nicht - wie in anderen Rollenspielen üblich - per Tabellenfunktion frei verteilt, der Spieler muss vielmehr entsprechende Lehrer und Ausbilder aufsuchen, die es in der riesigen Spielwelt jedoch erst mal zu entdecken gilt. So bietet beispielsweise ein Jäger Ausbildung im Bogenschießen an und ermöglicht außerdem die Steigerung der Geschicklichkeit - eines der Grundattribute in „Risen“.
Obwohl die Hintergrundgeschichte spannend erzählt ist und den Spieler durch die Questausgaben geschickt mit einbezieht, bietet sie keine wirklichen Innovationen. Üblicherweise kämpft man gegen wilde Tiere, Skelette, Orks und gegnerische Fraktionen. In den Lagern und der einzigen Stadt herrscht jedoch Waffenruhe. Hier kann man bei verschiedenen Händlern neue Ausrüstung erwerben und sich mit anderen hilfreichen Gütern eindecken.
Grafisch erweist sich „Risen“ als durchwachsen. Landschaften und Lichteffekte machen einen hervorragenden Eindruck. Dagegen wirken die Spielfiguren zu einfach modelliert. Zum Teil wurde das gleiche oder ein ähnliches Modell für wichtige Charaktere benutzt. Zudem erscheinen die Texturen leicht unscharf.
Gelungen ist dagegen der Tag- und Nachtwechsel. Besonders unheimlich wird es beispielsweise, wenn man im Mondlicht durch düstere Burgruinen schleicht.
Genre: Rollenspiel
Systemvoraussetzungen: Pentium 4, 3000, 1024 MB, WinXP+
Spielspaß: 90%
Grafische Präsentation: 80%
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