The_Book_of_the_Unwritten_Tales

The Book of Unwritten Tales (HMH, 2009)

Die Welt könnte so friedfertig und wunderbar sein, gäbe es da nicht grausame Kriegsfürsten, Dämonen und von den Herrschern angestachelte Feindseligkeiten. Schon viele Jahre herrscht Krieg in Aventásia, einer märchenhaften Welt voller Magie und seltsamer Geschöpfe. Der Ausbruch der Kämpfe liegt weit zurück, und die beiden Parteien - Armee der Schatten und die Allianz der freien Völker - haben sich weitestgehend aufgerieben. Mächtige Krieger sind gefallen, ohne das eine Seite bisher einen nennenswerten Vorteil erringen konnte.

The_Book_of_the_Unwritten_Tales_Screen_02Jetzt scheint jedoch eine unverhoffte Entdeckung eine Wendung zu bringen. Gremlin-Archäologe Mortimer MacGuffin stößt in einem alten Bucht auf einen Hinweis zu einem unglaublich mächtigem Artefakt. Ein Artefakt, dass dem Besitzer beständiges Glück bei seinen Vorgehen verspricht. Er begreift sofort, dass derjenige, dem es gelingt, das Artefakt in seinen Besitz zu bringen, den Krieg für sich entscheiden wird. In höchster Eile schickt Mortimer seinen treuen Diener Bechtel zum Erzmagier. Er sollt den Magier über das Artefakt informieren und um Unterstützung für dessen Bergung bitten. Doch Bechtel kommt nicht zurück. Mortimer befürchtet das Schlimmste und kurz darauf dringen auch schon die Schergen der Armee des Schattens in sein Haus ein und entführen ihn ...

Während des Spiegeschehens schlüpft der Spieler gleich in die Rollen vier verschiedener Protagonisten. Das sind Gnom Wilbur Wetterquarz, die Elfe Ivo, Freibeuter Nathaniel „Nate“ Bonnet und sein seltsamer Begleiter Das Vieh. Der eigentliche Star des Comedy-Adventures ist jedoch Wilbur Wetterquarz, ein junger Gnom, der lieber Magier und Abenteurer werden will, statt wissenschaftlicher Tüftler und Erfinder, wie es seine Familie gerne hätte. Obwohl jeder einzelne der Spielcharaktere seinen eigenen Beweggründe nachgeht, versuchen alle, das Artefakt vor den Häschern der Armee der Schatten in Sicherheit zu bringen.

The Book of Unwritten Tales“ macht sich - ähnlich wie „Ceville“ - über typische Fantasyklischees lustig, verzichtet dabei jedoch auf die boshafte Grundstimmung „Cevilles“. Die wendungsreiche Spielgeschichte wird ohne Hektik, aber mit viel, eher zum Schmunzeln anregendem, Humor erzählt. Die Rätsel sind dabei immer fair, fallen jedoch meist etwas zu seicht aus.

Während die Schauplätze aus wunderschön gezeichneten, oft in mehreren Ebenen angeordneten, Hintergrundbildern bestehen, bewegen sich die Spielfiguren als 3D-Modelle durch die Locations.

Neben einer Vielzahl an Anspielungen auf Fantasy-Filme und -Bücher, nimmt „The Book of Unwritten Tales“ auch typische Computerspielermacken auf die Schippe. So spielen zwei Spielfiguren, die für den Fortgang der Geschichte wichtig sind, ein Rollenspiel mit dem Namen „WoB“, dessen Spielwelt unsere Jetztzeit widerspiegelt. Da die Beiden nicht von dem Spiel lassen können, muss man einen Weg finden, ihnen die Freude daran zu verderben.

The Book of Unwritten Tales“ ist ein hervorragendes Grafikadventure mit Referenzcharakter und durfte auch Genre übergreifend seine Liebhaber finden.

Genre: Adventure

Systemvoraussetzungen: Pentium 4 1500, 512 MB, WinXP+

Spielspaß: 90%

Grafische Präsentation: 90%