Two Worlds (Zuxxex, 2007)

Action-Rollenspiel

Ähnlich wie in “Gothic I bis III” oder der “Elder Scrolls-Serie” wartet auch in “Two Worlds” ein ganzes Fantasy-Universum darauf, von abenteuerlustigen Rollenspielfans erkundet zu werden. Der Spieler kann mit seinem Helden riesige Landflächen erforschen, die in verschiedene Klimabereiche unterteilt sind. Während sich im Zentrum endlose, von Flüssen durchschnittene Waldflächen erstrecken, ist der Norden von zerklüfteten und eisklirrenden Gebirgsformationen begrenzt. Im Süden dagegen bestimmen trockene Wüsten und feuerspeiende Vulkane das Aussehen der Landschaft, während die Vegetation in der unwirtlichen Landschaft ums Überleben kämpft.

In “Two Worlds” schlüpft man in die Rolle eines verzweifelten Helden, dessen Schwester von einem seltsamen Fremden entführt wurde. Gleichzeitig überziehen kriegerische Auseinandersetzungen das Land. Das empfindliche Gleichgewicht zwischen den friedliebenden Völkern und den grausamen und wilden Horden der südlichen Ödländer steht kurz vor dem Zusammenbruch. Als dann noch eine tödliche Seuche über die Landstriche zieht und die Menschen der betroffenen Städte und Dörfer in schreckenerregende Kreaturen verwandelt, schein das Ende gekommen.

Auf die Suche nach seiner Schwester gelangt der Hauptcharakter, ein unnahbarer Kopfgeldjäger, er an immer mehr Informationen, die jene düsteren Veränderungen betreffen, die sich über das Land ausbreiten. Der ehemals von den Göttern verbannte Kriegsgott Aziraal arbeitet an seiner Wiederkehr, um danach mit einem grausamen Heer von Orks und anderer dämonischer Kreaturen die Macht an sich zu reißen.

Den Spieler erwarten bei seiner abenteuerlichen Reise durch die phantastischen Landschaften Antaloors eine Vielzahl an Haupt- und Nebenquests. Trotz der typischen Fantasy-Hintergrundgeschichte erweist sich die Spielstory als spannend erzählt und kann mit durchaus überraschenden Wendungen aufwarten.

Ebenfalls gelungen ist das offene Spielgeschehen. Der Spieler ist nicht immer dazu gezwungen, durch den Einsatz von Gewalt das jeweilige Quest-Ziel zu erreichen. Neben seinen Kampfkünsten lassen sich auch Talenten wie Taschendiebstahl oder Fallenstellen erlernen und verbessern. Obwohl man in “Two Worlds” auch Reittiere benutzen kann, um sich schneller durch die Landschaft zu bewegen, ist dieses Feature nur bedingt nutzbar, da man des öfteren mit dem störrischen Tier an irgendwelchen “Landschaftselementen” hängen bleibt. Eine gelungene Spielfunktion ist auch das Kombinieren diverser Ausrüstungsgegenstände. Hierdurch erhält man etwas mehr Platz im Inventar und kann Waffen Schilde oder Rüstungselemente gezielt auftunen. Zudem finden sich in den farbenprächtig angelegten Städten, Dörfern und Burgen eine Vielzahl Händler und Lehrmeister.

Magier können sich in fünf Spezialisierungsrichtungen (Luft, Erde, Feuer, Wasser und Nekromantie) weiterentwickeln und zu Beginn eher kärgliche Angriffszauber zu mächtigen und zerstörerischen Magieattacken aufleveln.

Grafisch erweist sich “Two Worlds” eher als zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite kann sich der Spieler an wunderschönen Landschaften und Burganlagen erfreuen, auf der anderen Seite wirken die Charaktermodelle des Helden und der verschiedenen Gegnertypen für heutige Anspruche zu grob modelliert und etwas unbeholfen animiert. Auch hinterlässt die Umgebungsgrafik einen mitunter leicht künstlichen Eindruck.

Weitere Besonderheiten von “Two Wolds” sind das dynamische Wettersystem und die Möglichkeit, durch ein- und auszoomen entweder in die Third-Person-oder Ego-Perspektive zu wechseln. Beim Durchsteifen der Dörfer und Städte hat man außerdem den Eindruck, die KI-Bewohner gehen einem eigenen virtuellen Tagesablauf nach.

Für Action-Rollenspiele ebenfalls nicht selbstverständlich ist der integrierte Multiplayer-Modus. Bis zu 8 Spieler können so die mittelalterliche Welt von “Two Worlds” gemeinsam zu erkunden.

 

Systemvoraussetzungen: Pentium 4 2000, 512 MB, WinXP+

Spielspaß: 80%

Grafische Präsentation: 80%

Geeignet für: Gelegenheitsspieler