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Venetica (dtp, 2009)
Das Entwicklungsstudio Deck 13 (bisher bekannt geworden durch die humorvolle Adventure-Reihe „Ankh“), legt mit „Venetica“ sein erstes episches Rollenspiel vor. Die Nähe zum Adventure-Genre merkt man „Venetica“ deutlich an. Das Spiel entwickelt einen einzigartigen Handlungsrahmen, der ebenso gut als spannender Fantasy-Roman oder farbenfroher Kinofilm funktioniert hätte.
„Venetica“ beginnt, wie viele Rollenspiele, mit dem Eintreffen des Bösen in einer friedlichen und heilen Welt. Zu Beginn schießen die Entwickler mit ihrer emotionalisierten Darstellung ein wenig über Ziel hinaus - der Kitsch trieft aus allen Ecken und Enden. Doch dann entwickelt sich ein magisches Abenteuer, welches weitab der üblichen Fantasyklischees mit Orks, Zauberern Elfen und Zwergen liegt.
I n der Rolle von Scarlett, einer schönen und anmutigen Protagonistin, erkundet man die geheimnisvolle Spielwelt „Veneticas“. In „Venetica“ liegen die Welt der Lebenden und das Reicht der Toten nah beieinander. Der Tod ist keine schreckensverbreitende Kreatur, wie in den meisten Kulturen, sondern ein Führer und Mittler zwischen beiden Welten. Die Entwickler griffen die phantastisch/märchenhaften Stilelemente des Romantizismus auf und schufen ein einzigartiges Szenario.
Scarlett wuchs als Weisenkind in einem kleinen Dorf in der Nähe Venedigs auf. Nachdem Sie zur jungen Frau herangewachsen ist, erlebt sie einen schrecklichen Angriff auf das Dorf. Mit ihrer beherzten Hilfe gelingt es, die Angreifer zurückzuschlagen. Als sie nach der Ursache des Angriffs fragt, erfährt sie das Unfassbare: Sie selbst ist die leibhaftige Tochter des ehemaligen Todes. Kurz darauf nimmt Scarletts Vater mit ihr Kontakt auf. Ihr Vater erzählt ihr, dass der neue ins Amt gehobene Tod sein Amt missbraucht und mit den verbotenen Mächten der Nekromantie experimentiert. Sein Machtwahn droht zur Gefahr für das Leben aller Menschen zu werden. Nur Scarlett, die über die selben (jedoch noch verborgenen) Fähigkeiten ihres Vaters verfügt, ist dazu befähigt, sich der schrecklichen Bedrohung entgegenstellen.
Von der Spielgeschichte, und der Möglichkeit, an bestimmten Stellen im Spiel in die Totenwelt wechseln zu können, abgesehen, erweist sich „Venetica“ als klassisches Rollenspiel. Der Spieler erhält für das Lösen von Questaufgaben und das Besiegen von Gegnern Erfahrungspunkte, die dieser zur Charakterentwicklung der eigenen Spielfigur einsetzen kann.
Trotz recht hoher Hardwareanforderungen hinterlässt die Spielgrafik von „Venetica“ einen zwiespältigen Eindruck. So finden sich einerseits wundervoll designte zentrale Handlungschauplätze mit hochauflösenden Texturen und andererseits fallen verwaschene Wandtexturen und einfach modellierte Häuserfassaden in den Randbereichen Venedigs ins Auge. Der größte Teil der Spielwelt macht dennoch einen guten Eindruck und vermittelt ausgezeichnet das besondere Flair der italienischen „Wasserstadt“.
Genre: Rollenspiel
Systemvoraussetzungen: Pentium 4, 3000, 1024 MB, WinXP+
Spielspaß: 80%
Grafische Präsentation: 80%
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