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X²: Die Bedrohung (EGOSOFT, 2004)
Space Opera
»Größer, schöner, anspruchsvoller« könnte das Motto zur Fortsetzung der Space Opera X:Beyond the Frontier lauten. X² beinhaltet all die Zutaten, die schon sein Vorgänger geboten hat, allerdings auf höherem Niveau.
In der Hintergrundgeschichte startet man seine Karriere als Julian Brennan, einem talentierten Piloten, der jedoch als Krimineller seinen Lebensunterhalt verdient. Während einer größeren Diebestour, bei der er zusammen mit anderen versucht, ein Raumschiff zu stehlen, wird er erwischt, gefangen genommen und zu einer Gefängnisstrafe auf einem Bergbauplaneten verurteilt. Überraschenderweise wird Julian kurz darauf begnadigt und findet sich im TerraCorp-Hautquartier wieder. Obwohl er vorerst über die eigentlichen Gründe seiner Begnadigung im Unklaren gelassen wird, übernimmt er die ersten Kleinaufträge für seinen neuen Arbeitgeber. Von jetzt an steht dem Spieler das wahrhaft riesige Universum von X² offen. Er kann sich entscheiden, ob er lieber der Hintergrundgeschichte folgen oder eher auf eigene Faust die Geheimnisse des X-Universums lüften möchte.
Trotz der enormen spielerischen Freiheiten kommt man ohne eine Karriere als Händler kaum über die ersten Missionen. Nur mit genug Credits in der Tasche hat man eine Chance, der verzweigten Spielgeschichte zu folgen. Für das mühevoll erworbene Geld kann man von diversen Handelswaren über Waffen und technische Upgrades für das eigene Raumschiff, bis hin zu Raumschiffen und riesigen Weltraumfabriken fast alles erwerben. Erst wenn man ein gut ausgestattetes Raumschiff (oder auch mehrere) zur Auswahl hat, ist es sinnvoll, sich zu überlegen, ob man lieber Jagd auf Piraten machen, Waren von A nach B verfrachten, Aufträge als Taxikurier übernehmen, Erzminen errichten oder Fabriken betreiben soll. Auf allen Weltraumstationen gibt es ein schwarzes Brett, an dem man Informationen und die verschiedensten Aufträge einholen kann.
Obwohl X² dem Spieler in der niedrigsten Schwierigkeitsstufe einen wesentlich schnelleren Spieleinstieg ermöglicht als sein Vorgänger (das erste Raumschiff ist schon mit zahlreichen Extras ausgestattet), braucht es eine Menge Geduld, um in den endlosen Weiten des Weltalls voranzukommen. Man sollte schon eine gewisse Faszination für den Weltraum und Science Fiction mitbringen, um X² richtig genießen zu können. Nennt man einen Rechner ab der 2GHz-Klasse und eine Direct-X-9-fähige Grafikkarte sein eigen, wird man mit wunderbaren Weltraumszenarien verwöhnt, in denen Raumstationen, Planeten und Asteroiden aus aufwendig gestalteten 3D-Modellen bestehen. Die unzähligen Sternensysteme in X² sind durch Sprungtore miteinander verbunden und ermöglichen sekundenschnelles Reisen über weite Entfernungen hinweg. Für ein unbeschwertes Flugvergnügen ist ein guter Joystick Pflicht.
Trotz der fast unbegrenzten Entscheidungsfreiheit kann der Spieler jederzeit zum Handlungsstrang der Zentralgeschichte zurückkehren, in dem man im weiteren Verlauf in den Konflikt mit einer neuen und gefährlichen Alien-Rasse verwickelt wird.
Schwächen weist X² besonders bei der zu verschachtelten und bisweilen unübersichtlichen Menüführung und der grafisch etwas steif umgesetzten Hintergrundgeschichte auf. Gerade bei den mit Hilfe der 3D-Engine realisierten Zwischensequenzen wirken einige Abschnitte unfreiwillig komisch. Die Dialoge sind weit davon entfernt, lippensynchron zu sein, und viele Bewegungen wirken kantig und unbeholfen. Von diesen Kleinigkeiten abgesehen, bietet X² ein faszinierendes Universum voller Abenteuer, an dem man mehr als nur ein paar Nachmittage lang seinen Spaß haben kann.
Pentium 3 1000, 256MB, Win98+
Spielspaß 90%
Grafische Präsentation 90%
Geeignet für: Profis
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